Die vierte Generation (1972 – 1997)

Wandel und Kontinuität

Dieses Vierteljahrhundert der Zunft zu den Drei Königen war geprägt von einer behutsamen Oeffnung. Der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung entsprechend wandelte sich auch das Zunftleben. Heute wird die zünftlige Tradition als eine wohltuende Konstante in einer sich immer rascher verändernden Welt mit grossem Engagement gepflegt.

Seit 1991 gibt die Zunft zu den Drei Königen eine eigene Zeitung heraus.

In den frühen Siebzigerjahren nahm die Auswanderung aus der Enge  zu.  Auch die Mitglieder der einst im Quartier verwurzelten Zunft zu den Drei Königen zogen mit ihren Familien aus dem Quartier in die Vorortsgemeinden weg. Die Bindung der Zunft zum Quartier lockerte sich weiter. 1996 wohnte nur noch einer von zehn Zünftern in der Enge. Durch die Wegzüge wurden spontane Treffen immer seltener,  und es wurde klar, dass neue Formen der zünftigen Geselligkeit geschaffen werden mussten.

1991 wurde das feuilletonistische Zunft-Mitteilungsblatt, der "Neptun-Kurier", ins Leben gerufen. Damit soll den heutigen und künftigen Zünftergenerationen nicht nur Zahlen und Fakten, sondern Menschen mit ihren zünftigen Vergnügungen und Aergernissen näher gebracht werden können.

In Anlehnung an die "edle gesellige Unterhaltung" der Gründerzeit wurden drei "gelehrte Vorträge" pro Jahr eingeführt. An diesen Vortragsabenden, an denen auch die Zünftersfrauen eingeladen waren, wurden die verschiedensten Themen angegangen.

1993 wurde zum Zweck einer besseren Integration des zünftigen Nachwuchses der Gesellenstatus für die 18- bis 25-jährigen Zunftanwärter eingeführt.

Eine weitere Neuerung war ein vermehrtes Engagement im sozialen Bereich. Hier der Besuch der Drei Könige im Triemlispital.

Seit 1995 engagiert sich die Zunft zu den Drei Königen im sozialen Bereich: Am Dreikönigstag besucht jeweils die Königsgruppe Institutionen wie zum Beispiel das Alterswohnheim Enge, die Kinderabteilung im Triemlispital und betagte Zunftangehörige.

Vermehrt finden auch Anlässe im Verband von mehreren Zünften statt,  wie die gemeinsame Adventsfeier im St. Peter in Zürich.

Leise aber unaufhaltsam änderte sich auch die Stellung der Frauen innerhalb der Zunft. Waren sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren noch weitgehend vom Zunftleben ausgeschlossen, so wurden sie in den letzten Jahrzehnten vermehrt zu inoffiziellen kulturellen Veranstaltungen der Zunft eingeladen. Mitte der Siebzigerjahre planten einige Zünfterfrauen, sich - wie ihre Ehemänner - ein Zunftkostüm anfertigen zu lassen. Am Zunftball von 1975 beteiligten sich erstmals 18 Zünftersgattinnen im neuen Kostüm und manifestierten damit auf charmante Weise ihre Zugehörigkeit zur Zunft. Luciana Anderau initiierte den - parallel zum Nachsechseläuten der Zünfter stattfindenden - kulturellen Anlass der Zünfterfrauen mit anschliessendem Nachtessen.

1988 trat erstmals die Dreikönigs-Zunftmusik, die Harmonie Wädenswil, kostümiert als Bleichergesellen um 1805 auf.

Am Zunftschiessen 1990 in Höngg kam erstmals der auf unserer "Neptun" mitgeführte Mörser erfolgreich zum Einsatz. Die Begeisterung der Zünfter über erstaunliche Trefferfolge war gross.

Wie alle anderen Zünfte hielt - und hält - sich auch die Zunft zu den Drei Königen an eine Reihe von jährlich sich wiederholenden Anlässen, wie dem Nachsechseläuten-Ausflug, dem Sommer- und dem Chlausstamm.


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